Tradition seit 1890

Vom Spezialitätenladen zum Kaffeeexperten
Vom Spezialitätenladen zum Kaffeeexperten

Am 6. Juni 1960 wurde in den Meraner Lauben eine neue, größere Röstmaschine installiert, mit der man fortan 45 kg Kaffee pro Charge rösten konnte. Das brachte mit sich, dass das Kaffeegeschäft in den folgenden Jahren deutlich ausgebaut wurde.

125 Jahre Schreyögg
125 Jahre Schreyögg

„Meine Beziehung zum Thema
Kaffee hat ihre Wurzeln in einer
generationsübergreifenden Tradition,
die mich mein Vater lehrte.“


So versteht Peter Schreyögg sein Schaffen – und spannt mit diesen Worten gleichzeitig einen Bogen von der Gegenwart zum Damals.

Von den Anfängen zu Gegenwart und darüber hinaus
1890Kaufmann Josef Schreyögg gründet in Meran ein Delikatessengeschäft mit Kolonialwaren und Kaffeesorten aus aller Welt. Das Geschäft befindet sich damals im heutigen Volksbankgebäude auf dem Kornplatz. Durch das spezielle Sortiment sprechen die Meraner vom Exotischen im Herzen der Alpen.
1905Von der lokalen Presse am 15. Oktober 1905 begeistert angekündigt – die Inbetriebnahme der ersten elektrisch angetriebenen Kaffeeröstmaschine. Später erinnern sich die Meraner gerne noch an die Zeiten, als der „alte“ Schreyögg seine Rösterei unter den Berglauben hatte und der Duft von frisch geröstetem Kaffee durch die Gassen zog.
1913Im Preisverzeichnis 1913/14 bewirbt man „Schreyögg’s Spezial Mischung – diese mit ganz besonderer Sorgfalt zusammengestellte Mischung, welche eine Spezialität meines Geschäftes bildet, dürfte bzgl. Geschmack und Aroma den verwöhntesten Gaumen befriedigen“.
1915Am 04. Mai 1915 verstirbt Josef Schreyögg nach langer Krankheit. Im Maiser Wochenblatt würdigt man ihn als äußerst tüchtigen, weitblickenden, allseits beliebten und geachteten Geschäftsmann. Seine Kinder übernehmen die beiden Feinkostgeschäfte in Meran.
1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Josef Paul Schreyögg, Sohn des Firmengründers, alleiniger Unternehmensleiter und bringt den Betrieb nachder Zäsur wieder in Schwung.
1960Das Reisen in den traditionsreichen Kurort wird in den 60er-Jahren allgemein erschwinglich, was sich auch auf die Nachfrage nach Lebensmitteln auswirkt. Am 6. Juli 1960 wird eine größere Röstmaschine in den Berglauben installiert, um die erhöhten Lieferumfänge zu bewältigen. Ab sofort können 45 kg Kaffee pro Charge geröstet werden.
1966Das ursprüngliche – und auch gegenwärtige – Firmenlogo entsteht nach dem Entwurf eines berühmten Künstlers, Franz Lenhart, wahrscheinlich dank seiner freundschaftlichen Beziehung zu dem Firmeninhaber; das lässt sich zumindest den Anmerkungen auf den Originalzeichnungen entnehmen. Im Laufe der Zeit wird das Logo immer wieder modifiziert, behält aber seinen ganz eigenen Charakter immer bei.
1970-1985Man wagt den Umstieg in die Spezialisierung und konzentriert sich fortan ausschließlich auf die Produktion von hochwertigen Kaffeespezialitäten.
1981Nach dem Tod des Vaters Josef Paul übernimmt Peter Schreyögg im Alter von 21 Jahren das Familienunternehmen. Trotz der starken Konkurrenz in der italienischen Kaffeebranche kann sich der Marktanteil der Kaffeerösterei Schreyögg nicht nur behaupten, sondern sogar gefestigt werden. Hauptzielgruppe sind die heimische Gastronomie und das Hotelgewerbe, Supermarktketten sind zunächst nicht von Bedeutung.
1982Einführung des hauseigenen technischen Kundendiensts, der den Kunden einen umfangreichen Service aus einer Hand bieten soll. Die Kaffeeproduktion, Maschinen und Mühle werden ab nun zentral gesteuert.
1983Neugestaltung der Verpackungslinie. Das neue Corporate Design erstreckt sich auf alle Werbemittel, Firmenfahrzeuge und Messeauftritte.
1985Das alte Laubenhaus kann den betrieblichen Anforderungen nicht mehr standhalten, sodass nach fast 100-jähriger Tätigkeit der Firmensitz in die Handwerkerzone Passer verlegt wird.
1987Umzug in das neue Firmengebäude, Eröffnungsfeier am 14. Februar. Die Presse titelt „Schreyögg aus der Altstadt ausgezogen“. Um dem Umweltschutz Rechnung zu tragen, trägt ein komplexes Filtersystem zur Reduzierung der Abgase und Rauchemission bei. Moderne Maschinen kommen zum Einsatz, der traditionellen Trommelröstung bleibt man jedoch treu.
1997Schreyögg befindet sich weiter auf Expansionskurs, als Aussteller auf der größten und internationalen Lebensmittelmesse, der ANUGA in Köln, mit einer eigenen Produktlinie für den Handel im Exportgeschäft.
2000Ein erneuter Engpass in Meran führt zur Planung des Neubaus in Partschins – am 27. Oktober 2000 erfolgt der Startschuss für den Bau. „Schreyögg kommt“, so ein Presseblatt der Gemeinde.
2001Im März 2001 startet man mit dem Neubau in Rabland und stellt ihn in Rekordzeit fertig. Der Umzug erfolgt am 26. November 2001.
2002Am 2. März findet die offizielle Eröffnungsfeier, verbunden mit einem Tag der offenen Tür, statt. Über 1000 Gäste aus dem In- und Ausland nehmen an den Feierlichkeiten teil. Die Umsiedlung von Meran nach Partschins dient auch der Qualitätsoptimierung und -sicherung.
2004Präsentation der neuen Verpackungslinie. Durch das starke Exportgeschäft, vor allem betreffend den Fachhandel, ist es notwendig geworden, die verschiedenen Kaffeeverpackungen farblich zu unterscheiden, damit auch der Endkunde sein Produkt im Regal sofort erkennen kann.
2006Das Sortiment wird marktgerecht um portionierte Kaffeepods ergänzt. Eine neue Produktionsmaschine erlaubt es, die Produktion selbst zu steuern.
2010Überarbeitung der Verpackungslinie mit Fokus auf die Marke und das Logo.
2012Die Kaffeerösterei Schreyögg wird permanentes Ausbildungszentrum. Die „permanenten Ausbildungszentren“ des Internationalen Instituts der Kaffeeverkoster verfolgen die Absicht, die Kultur des Kaffees zu fördern und weiterzuvermitteln. Die Kurse des Ausbildungszentrums vermitteln Fachwissen und Praxistraining und werden mit Begeisterung aufgenommen. Besonders Latte-Art-Kurse erfreuen sich größten Zulaufs.
2013Aus Überzeugung entsteht die erste Espressomischung aus fairem Handel der Kaffeerösterei Schreyögg. Organisationen wie Fairtrade leisten einen bedeutenden Beitrag zur Förderung von Benachteiligten in aller Welt, um das globale Gleichgewicht zu stärken.
2015125 Jahre Kaffeerösterei Schreyögg, heute eines der führenden Familienunternehmen in Südtirol und über die Grenzen hinaus. Die Kaffeerösterei Schreyögg überzeugt durch Qualität und begeistert durch Vielfalt.

Kaffee zu produzieren ist ein ganz besonderes Handwerk und will gelernt sein. Nur durch jahrelange Erfahrung hat man das notwendige Wissen und kann die Vielfalt, die in Kaffee steckt, entdecken und verstehen. Kaffee ist als Naturprodukt von vielen Faktoren beeinflusst und abhängig, und daher ist es umso wichtiger, das Produkt im Rohzustand beurteilen zu können, die Röstung darauf abzustimmen, Geschmack beurteilen und gestalten zu können, um die Perfektion in der Tasse zu erreichen. Ein gewachsener Erfahrungsschatz, das ist die Basis und die Stärke des Unternehmens.

Die traditionsreiche Kaffeerösterei wird von Peter Schreyögg in der 3. Generation geführt. Ganz persönlich kümmert er sich um den Einkauf der Rohprodukte, die Produktion und den Vertrieb. Ein Team von Spezialisten in der Produktion, Techniker für Kaffeemaschinen, Angestellte in der Verwaltung und eine Vertriebsmannschaft im In- und Ausland sorgen gemeinsam für das stetige Wachstum des Unternehmens.

Die Erzeugung von hochwertigem Espresso ist unsere Spezialität. Das breite Sortiment, das im Laufe der Jahrzehnte nach Geschmack und Wünschen der Kunden erarbeitet wurde, umfasst jedoch auch feinste Filterkaffeemischungen für den Frühstücksbereich, Bio-Kaffeespezialitäten, den Automatenkaffee als Allrounder sowie entkoffeinierten Espresso.

Die Produkte zeichnen sich in erster Linie durch ihre Bekömmlichkeit und Ausgeglichenheit aus, was der Endkunde als wohltuend beschreibt. Höchste Sorgfalt von der Bohne bis zur Tasse: Für unsere ausgezeichneten Kaffeemischungen beziehen wir ausschließlich nach strengsten Kriterien selektierte „Spezialitäten“ von ausgewählten Plantagen und veredeln diese nach allen Regeln der „Kunst des Röstens“. Das Ergebnis ist eine immer gleich bleibende Qualität, die wir durch unser besonderes Röstverfahren sowie aufwändige Mischungsverhältnisse erzielen.

Kolonialwaren Schreyögg
Kolonialwaren Schreyögg

Als Unternehmen blickt Schreyögg auf eine nunmehr über 120-jährige Familiengeschichte zurück: Tradition und Erfahrung in der mittlerweile vierten Generation.

Logo von Franz Lenhart
Logo von Franz Lenhart

Lange wusste man nicht, wo sich das „Goldstück“ versteckt hatte, doch als die Kaffeerösterei Schreyögg im Jahre 2002 das neue Firmengebäude in Rabland bezog, kamen die Originalzeichnungen wieder zutage.

Erste elektrische Röstmaschine
Erste elektrische Röstmaschine

Da der Kaffeeverkauf seines Kolonialwarengeschäfts rapide anstieg, entschloss sich Josef Schreyögg 1905, den Kaffee fortan in einer größeren Menge zu rösten. Die Anschaffung eines elektrisch betriebenen 5-kg-Chargenrösters sollte dabei behilflich sein.

Modernste Verkaufs-Apparate
Modernste Verkaufs-Apparate

Das Preisverzeichnis 1913/14 der „Ersten Meraner Kaffee-Großrösterei“ des Josef Schreyögg wirbt mit modernster Technik.

Spezereiwaren und Delikatessen Schreyögg
Spezereiwaren und Delikatessen Schreyögg

Das Sortiment im Spezereiwaren- und Delikatessengeschäft auf dem Platz zwischen Kurpromenade und der heutigen Freiheitsstraße war beachtlich, der Rohkaffee konnte sogar kiloweise bezogen werden. Neben nach wie vor bekannten Sorten wie Santos, Java und Costarica waren auch exotischere Varietäten Teil des ständigen Angebots. Zum damaligen Zeitpunkt wurden die Sorten in einer ganz besonderen Art und Weise beschrieben.

Die "fleißige Lisl"
Die "fleißige Lisl"

Reisen wurde seit den 50er-Jahren für eine immer größere Anzahl an Menschen erschwinglich, und das mediterrane Klima der Stadt Meran sowie die prächtige Alpenkulisse zogen besonders in den 60er-Jahren vermehrt Gäste in den traditionsreichen Kurort.

Die Verpackung macht’s
Die Verpackung macht’s

Das Marketing steckte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zwar noch in den Kinderschuhen, doch bereits damals wusste man, dass auch eine ansprechende Verpackung eine verkaufsfördernde Wirkung hat.

Ein willkommener Gast
Ein willkommener Gast

Anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums der Kaffeerösterei Schreyögg fand 2015 ein Fest der gesamten Belegschaft statt. Mit von der Partie war ein treuer Weggefährte der – beinahe – ersten Stunde.

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