Mexiko - der Nachhaltigkeit auf der Spur

Fairer Handel, Kleinbauern, Kooperativen, ökologischer Anbau und Nachhaltigkeit – Themen, die die Verantwortlichen der Kaffeerösterei Schreyögg in den letzten Monaten nicht zuletzt aufgrund der intensiven Auseinandersetzung mit Fairtrade beschäftigten. Was lag also näher, als die Produktionsbedingungen vor Ort in Mexiko persönlich zu begutachten?

Mexiko gehört zu den bedeutendsten Kaffeeproduzenten der Welt; im nordamerikanischen Staat werden durchweg hochwertige Arabica-Kaffees angebaut. So war das erste Ziel der Reise von Familie Schreyögg im Oktober 2014 Chiapas, der südlichste Bundesstaat, dessen tropisch-warmes, feuchtes Klima beste Bedingungen für den Kaffeeanbau bietet. Die Erntezeit beginnt Ende November und endet im März – zum Zeitpunkt der Reise bot sich den Reisenden erstmalig die Gelegenheit, ein fortgeschrittenes Reifestadium der Kaffeekirschen zu begutachten. Die Kooperative San Fernando befindet sich auf 1.230 m Meereshöhe, in Tierra Colorada, einem Dorf mit 44 Kaffeebauern und ihren Familien, die ausschließlich Bio-Kaffee anbauen. Dieser wächst bevorzugt im Schatten anderer Bäume, und da der Einsatz von Pestiziden zur Gänze verboten ist, ist die Pflege der Kaffeepflanzen von größter Bedeutung. Die Wasserversorgung ist in dieser verhältnismäßig abgelegenen Gegend schwierig – jeder Tropfen Regenwasser wird in großen Behältern für die Versorgung von Mensch, Tier und Pflanzen aufgefangen. Da es weder Strom noch ärztliche Versorgung gibt, bilden langfristige, zuverlässige Partnerschaften für die Menschen in Tierra Colorada die Sicherung der Existenzgrundlage.
Im Landkreis Panthelo besuchten die Schreyöggs eine weitere Genossenschaft und deren Kaffeebauern. Das gebirgige Hochland, das in die Plantagen führt, ist geprägt von einer einmaligen Kulisse, die tiefer gelegenen Regionen werden von üppigem Urwald überzogen, mit einer beeindruckenden reichen tropischen Flora. Allerdings wurden die Reisenden bei aller Schönheit auch mit dem Problem des akuten Pilzbefalls konfrontiert, der hier „La Roya“ (Kaffeerost) genannt wird und bereits vor Jahren große Teile der Kaffeeernte zerstörte. 30 % der Pflanzen sind betroffen. Bei dieser Krankheit verliert die Kaffeepflanze ihre Blätter, und die Kaffeekirschen vertrocknen und fallen ab. Um sie zu bekämpfen, ist großer Einsatz gefragt: Die Felder müssen intensiv gepflegt, die befallenen Pflanzen mit viel Zeit und Kosten gepflegt werden. Steigende Preise sind bei einem Ernteausfall unvermeidlich.
Familie Schreyögg kehrt von dieser Reise mit der Überzeugung zurück, dass nachhaltiger Kaffeeanbau eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich bringen kann. Die Ausgewogenheit von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten schafft Stabilität und macht diesen Teilbereich der Branche somit auch aus wirtschaftlicher Perspektive zukunftsfähig.

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