Erntemethoden

Die Frucht des Kaffeebaums braucht lange, bis sie ihren Reifezustand erlangt: Kaffeepflanzen bringen erstmals nach drei oder vier Jahren Erträge und erreichen ihr maximales Produktionsvermögen nach sechs bis acht Jahren. Beeinflusst wird diese Zeitdauer auch durch Klima, Boden und Düngung.

Diese Umstände machen den Kaffeebaum zu einer Pfl anze, bei deren Ernte es äußerster Sorgfalt bedarf, da nicht alle Früchte zur selben Zeit reif sind. Verschiedene traditionelle Erntemethoden gewährleisten dies mehr oder minder.

Beim Picking, dem teuersten Verfahren, erfolgt die Ernte per Hand: dies, um zu garantieren, dass nur die reifen Kirschen geerntet werden und die anderen weiter ausreifen können. Vor der Weiterverarbeitung werden die frisch geernteten Kaffeekirschen zusätzlich von Hand verlesen, um alle jene zu entfernen, die nicht den idealen Reifegrad besitzen. Die Nachteile des hohen Arbeitsaufwands und der Kostenintensität werden durch die Vorteile einer homogenen Ernte und eines Produkts von höchster Qualität ausgeglichen.

Wird nach dem Stripping-Verfahren geerntet, kommt es darauf an, jenen Zeitpunkt abzuwarten, an dem die Pfl anzen einen möglichst hohen Anteil an reifen Kirschen aufweisen. Die Kirschen werden von Hand vollständig von den Zweigen auf zuvor auf dem Boden ausgelegten Tüchern abgestreift. Dies ist eine schnellere und kostengünstigere Variante, die aber eine homogene Ernte verhindert und Beschädigungen an der Pflanze begünstigt.
Bei der maschinellen Ernte werden sog. „Vollernter“ auf großen Plantagen mit fl achem Gelände eingesetzt; die Kaffeekirschen werden mithilfe von vibrierenden Bürsten abgeschlagen und über ein Sammelband in den Frachtraum befördert. Diese rasche, preisgünstige Ernte, die den Kaffeefarmer weitgehend unabhängig von saisonalen Erntehelfern macht, ist allerdings nicht sonderlich schonend: Reife und unreife Kirschen werden gleichermaßen geerntet, und die Kaffeepflanze kann nicht unbeträchtliche Beschädigungen erfahren.

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