Die "fleißige Lisl"

Reisen wurde seit den 50er-Jahren für eine immer größere Anzahl an Menschen erschwinglich, und das mediterrane Klima der Stadt Meran sowie die prächtige Alpenkulisse zogen besonders in den 60er-Jahren vermehrt Gäste in den traditionsreichen Kurort.
Das kurbelte die Wirtschaft an, der Konsum stieg, und mit ihm auch die Menge an Kaffee, den die Hotel- und Gastronomiebetriebe benötigten, um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden. Ein nicht unbedeutender Teil von ihnen bezog seine Waren regelmäßig aus dem Delikatessengeschäft Schreyögg in der oberen Laubengasse. Um die neuen Lieferumfänge zu bewältigen, wurde dort am 6. Juli 1960 eine größere Röstmaschine installiert.
Aus Dokumenten geht hervor, dass sie – offenbar ihren Kapazitäten entsprechend, denn ab sofort konnten 45 kg Kaffee pro Charge geröstet werden – liebevoll die „fleißige Lisl“ genannt wurde. Der Rohkaffee selbst wurde von Spediteuren aus den Häfen in Genua oder Triest angeliefert, und der Schwerpunkt verlagerte sich mehr und mehr auf die Kaffeeproduktion. Dennoch waren verschiedenste Lebensmittel aller Art, Delikatessen und Spirituosen noch einige Jahre lang Teil des Sortiments von Schreyögg.

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