Die erste elektrische Röstmaschine

Historisches

Da der Kaffeeverkauf seines Kolonialwarengeschäfts rapide anstieg, entschloss sich Josef Schreyögg 1905, den Kaffee fortan in einer größeren Menge zu rösten. Die Anschaffung eines elektrisch betriebenen 5-kg-Chargenrösters sollte dabei behilflich sein.

In den damaligen Verkaufsunterlagen wird in diesem Zusammenhang die „erste Kaffee-Großrösterei mit elektrischem Betrieb“ angepriesen. Den Röstvorgang erläuterte man in der für jene Zeit charakteristischen charmanten Weise: „Der in dem Fülltrichter vorrätig gehaltene Rohkaffee sinkt durch einfaches Heben eines Schiebers in die Rösttrommel, wo er unter kräftiger Ventilation und Absaugung aller Dünste und Häutchen schnell in vorzüglichster Weise geröstet wird ... Der Feuerraum wird gegen die Rösttrommel abgeschlossen und erst nach erzielter Weißglüh-Hitze wird der nunmehr reinen Heißluft durch eine mechanische Vorrichtung der Weg in die Trommel freigegeben. Auf diesem Wege kommt sie in innigste Berührung mit dem durch eine sinnreiche Konstruktion in die Schwebe gebrachten Kaffee, dem aller Staub, Sackfaser und Häutchen schon in den ersten Minuten durch den Exhaustor gründlich entzogen werden. Durch die im Inneren der Trommel stattfindende lebhafte Durchlüftung werden dem Kaffee alle sauren und brenzlichen Stoffe entzogen und ein vollständig rauch- und rußfreies Produkt erzielt, welches außer der stark gequollenen Bohnen und dem lebhaften Aussehen die Vorzüge höchster Extraausbeute und hervorragender Geschmacksverfeinerung hat.“ – Wie man sieht, konnte Marketing damals also durchaus poetisch sein.

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