Zertifizierter Espressogenuss

Interview mit Stefan Schreyögg

Stefan Schreyögg ist zuständig für das Qualitätsmanagement und Controlling der Kaffeerösterei. Als leidenschaftlicher Espressoliebhaber spricht er mit Coffee Times über die Zertifizierung INEI und warum Espresso nicht gleich Espresso ist.

Coffee Times: Herr Schreyögg, warum war es Ihnen so wichtig, für Ihr Unternehmen die INEI-Zertifizierung zu erwerben?
Stefan Schreyögg: Nun, zunächst gilt zu sagen, dass es uns als erstes und derzeit auch einziges Südtiroler Unternehmen gelungen ist, die Mitgliedschaft im Istituto Nazionale Espresso Italiano zu erwerben. Da wir zukunftsorientiert sind, ist es uns wichtig, Qualitätsdenken auf allen Ebenen unseres Unternehmens zu betreiben – und es natürlich entsprechend nach außen zu transportieren. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst für die Mitgliedschaft im Istituto Nazionale Espresso Italiano entschlossen. Zertifizierungen zeichnen eine Firma und ihre Produkte aus und dienen so immer auch als Ansporn, deren Hochwertigkeit und Reinheit zu garantieren. Ziel einer Zertifizierung ist es, eine kontrollierte und hohe Qualität zu gewährleisten. Das verleiht dem Konsumenten die Sicherheit, ein nachweislich gutes Produkt erstanden zu haben. Mit der INEI-Zertifizierung für unsere Produkte und dem Vertrieb von zertifizierten Maschinen sehen wir uns auch als Vorreiter für ein Miteinander zwischen Rösterei, den Maschinenherstellern und den Baristas in den Gastbetrieben. Wir stärken damit unsere Kunden und verschaffen ihnen eine optimale Positionierung für ihren eigenen Betrieb. Das Streben nach Qualität muss täglich gefördert und transportiert werden, auf allen Ebenen, von sämtlichen Beteiligten. Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.

Welche Ihrer Produkte sind INEI-zertifiziert?
Aus unserem hochwertigen Kaffeesortiment sind mittlerweile drei Spezialitäten zertifiziert und ebenso die von uns vertriebenen Kaffeemaschinen, die sich somit rühmen können, den hohen Anforderungskriterien für einen perfekten Kaffeegenuss zu entsprechen. Wir konnten durch diese Zertifizierung auch eine neue Basis dafür schaffen, das Erlebnis „Caffè“ an Interessierte weiterzuvermitteln. Als Partner des INEI sind wir zum Beispiel in der Lage, Kurse anzubieten, die gastronomische Betriebe befähigt,
selbst das Zertifikat „Espresso Italiano“ zu erwerben.

Welche Ziele hat das Istituto Nazionale Espresso Italiano?
Das Hauptziel des Instituts sind der Schutz und die Förderung des „echten“ Espresso. Damit der Konsument seinen Espresso in einem Betrieb mit dem Zeichen „Espresso Italiano“ auch wirklich genießen kann, sind vom Lokalbetreiber folgende Vorschriften einzuhalten: Er muss für die Zubereitung nicht nur eine zertifizierte Kaffeemischung, sondern außerdem eine zertifizierte Ausrüstung verwenden, d. h. Kaffeemaschine, Mühle sowie Dosiervorrichtung. Und nur Baristas, die entweder im Besitz der Ausbildung „Espresso Italiano Specialist“ sind oder unter der Aufsicht eines solchen arbeiten, dürfen einen zertifizierten „Espresso Italiano“ überhaupt zubereiten! Die Einhaltung dieser drei Grundregeln wird von Technikern des Instituts sowie von unabhängigen Gutachtern der Zertifizierungsstelle CSQA regelmäßig überprüft, denn nur so ist es möglich, dem Gast die konstante Qualität eines zertifizierten „Espresso Italiano“ anzubieten. Gleichzeitig wird nach positiver Überprüfung dem Gastwirt des jeweiligen Betriebes vom INEI das Zertifikat „Espresso Italiano“ verliehen. Dieses Zertifikat berechtigt ihn dazu, die geschützte Bildmarke „Espresso ltaliano“ zu verwenden, um damit dem Konsumenten zu signalisieren, dass hier echter Espresso, im Sinne der festgelegten Richtlinien, serviert wird.

Wie wird man denn „Espresso Italiano Specialist“?
Voraussetzung ist die Teilnahme des Baristas am Grundkurs „Espresso Italiano Tasting“ und an einem Aufbaukurs „Espresso Italiano Specialist“ sowie eine erfolgreich absolvierte Prüfung. Die beiden Kurse werden italienweit vom Internationalen Institut der Kaffeeverkoster angeboten und finden seit März 2012 auch in unserem neu eingerichteten Schulungszentrum im zweiten Stock der Kaffeerösterei statt.

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